Espero tua (re)volta, einen Dokumentar über Studentenproteste in Brasilien für eine bessere Zukunft

Von POC Stories

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  • Writing credits : POC Stories
  • Video credits: Eliza Capai
  • Photo credits: Carol Quintanilha, Silvia Izquierdo

Bevor Espero tua (re)volta, hatte ich nich nie in meinem Leben eine solch erhellend Dokumentarfilm gesehen. Durch 3 Protagonist*innen, Nayara Souza, Marcela Jesus und Lukas Koka Penteado, zeigt Espero tua (re)volta wie in Brasilien, die Student*innen der offentlichen Schulen für ein gerechteres Bildundssystem kämpfen : Proteste, Schulebesetzungen, Straßensperrungen, nichts kann sie aufhalten.

Ein Protest nach dem anderen

Um besser zu verstehen, ist es wichtig, auf die sozialen Kontexte zurückzublicken. Zwischen 2013 und 2018, war Brasilien, von eine ganze Reihe von Demonstrationen betroffen, die man im Dokumentarfilm sehen kann. Alles beginnt im Jahr 2013, als über 1,25 Millionen Menschen wegen steigender Transportkosten demonstrerien. Während die Fußballweltmeisterschaft 2014 näher rückt, lassen sich die Demonstranten nicht entmutigen und demonstrieren weiter, gegen diese riesigen Summen in diesem Projekt investiert. Im folgende Jahr, steckt Brasilien in einer politischen, ökologischen, wirschaftlichen und sozialen Krise: das Impeachment gegen Dilma Rousseff, der Einsturz des Damms von Brumadinho, die wirtschaftliche Rezession, die mehr als eine Million Arbeitsplätze verliert. Das Land in Aufruhr, die Student*innen wollen auch sich Gehör verschaffen, nach der Ankündigung der Schließung von 94 öffentlichen Schulen im Bundesland Sao Paulo und dem Skandal um das Schulessen, da die Studen*innen den ganzen Tag keine Essen bekommen. In 2017, beteiligen sich die Brasiliner*innen an Generalstreik wegen der Arbeitsmarktreformen. die sich auf die sozialen Errungenschaften auswirken. Das Dokumentarfilm endet sich mit der Präsidentenwahl des Rechtextremen Jair Bolsonaro, eine Präsidentenwahl, die der Lunte ans Pulverfaß legen, mit Demonstrationen auf der ganzen Welt, in einer Gesellschaft, die geteilter ist als je zuvor. Doch was sind die Gründe, warum viele Brasilianer*innen regelmäßig auf die Straße gehen?

Große ethnische-rassische und soziale Ungleichheiten

Neben den Studentenbewegungen spricht Espero tua (re)volta verschiedene gesellschaftliche Themen wie Korruption, Racial Profiling, Polizeibrutalität und ungleiche Bildungschancen an. Im brasilianische Bildungsystem, wird die Kluft zwischen die öffentlichen und privaten Schule tiefer. Die öffentliche Schulen mangeln an Essen, guten Schulsachen, die Klassen sind überfüllt. Die meisten der Student*innen sind BIPOC (die Abkürzung von Black, Indigenous, People of Color) und kommen aus unterprivilegierten Familien. Das können wir im Dokumentarfilm durch die Geschichte von Marcela Jesus sehen. Sie war die erste in ihrer Familie, die die Highschool abschloss. aber es war und es is noch nicht immer einfach. Ihre Familie musste sich oft zwischen dem Bezahlen der Miete und dem Essen entscheiden.

Credit : @Eliza Capai

Wie wurde Marcela Jesus Teil der Studentenbewegung und  Your Turn ?

Marcela Jesus erfährt von diesen Studentendemonstrationen von einem ihrer Lehrer, die die Student*innen für die Zukunft dem Bildungssystem sensibilisieren. Unter den Bedingungen unter denen sie studieren, war es für sie nicht mehr möglich, tatenlos zuzusehen. Marcela ist eine der Protagonist*innen, die von der Regisseurin Eliza Capai über Facebook kontaktiert wurde. Die Idee war zuerst die verschiedene Erfahrungen von Student*innen zu sammeln. Aber nach reiflicher Überlegung, wählte Eliza Capai Marcela Jesus als eine der Protagonist*innen für den Dokumentarfilm Espera tua (re)volta aus.

Man sieht, wie sie sich in Aktivismus entwickelt da sie die Schule besetzt, an der Demonstration teilnimmt. Sie entwickelt sich auch auf einer persönlichen Ebene weiter, indem sie sich wieder mit ihrem natürlichen Haar und ihrer Negritude verbindet. Schulbesetzungen werden zu einem Raum der Debatte, einem Raum, der die Freiheit aller gewährleistet, einen sichereren und freieren Raum für Ideen und Veränderungen.

Die Folgen sind auch über die persönliche Entwicklung hinaus positiv, denn nach der Studentenbewegung im Jahr 2016 gibt es genug Schulessen. „Seit den Studentenbewegungen nehmen die Politiker die Studentinnen viel ernster. Sie haben verstanden, dass Studentinnen politischen Einfluss haben, am politischen Leben teilnehmen und ihre Rechte einfordern können.“, sagt Marcela.

Die Normalisierung der Gewalt unter verschiedenen Repressionen

Die Normalisierung der Gewalt unter Polizeibrutlität, militarische und staatliche Repression sind sehr allgegenwärtig und sichtbar in dem Dokumentarfilm Espero tua (re)volta. Die Szenen können schockierend sein und werfen definitiv Fragen zur Gewaltanwendung auf. Man sieht, wie die Gewalt durch Polizei, Militär und staatliche Repression allgegenwärtig ist.

„Durch die Repressionen der Polizei und des Militärs haben wir Menschen verloren. Dies ist ein großer Verlust für jede Bewegung, die später entsteht“, erklärt Marcela. Im Bundesstaat Rio de Janeiro wurden allein im Jahr 2015, 408 Menschen und im Jahr 2017, 470 Menschen bei einem Polizeieinsatz getötet. Racial Profiling und Polizeibrutalität richtet sich noch mehr gegen Afrobrasilianer, da 75% der Opfer bei Polizeioperationen schwarz sind. Der Dokumentarfilm fängt Szenen von Racial Profiling ein, darunter diese Szene, in der einer von Lukas‘ Freunden von der Polizei kontrolliert wird.

Studentenproteste unter der Ära Jair Bolsonaro

Der Ausgabenstopp im Bildungssystem hat im Jahr 2019 für Aufruhr im Land gesorgt. Die Geschichte wiederholt sich wieder: Studentinnen gehen auf die Straße, um für eine Bildung zu kämpfen, die unter einem Mangel an Investitionen und Rücksicht leidet. Es ist, als gäbe es keinen Ausweg, als hätten diese Studentinnen eine Stimme, die aus der Ferne gehört werden kann.

Leben nach dem Dokumentarfilm

Nach der Highschool, ist Marcela Jesus an der Universtät gegangen. Sie studiert Szenischen Künste und nimmt auch an einer Theatergruppe teil. Da künstlerische Berufe eher als Hobbys denn als Berufe gelten, ist es ziemlich schwierig, als Künstler*in zu leben, noch schwieriger unter der Regierung Bolsonaro, da auch die meisten Investitionen gesperrt sind. Sie sieht ihre Zukunft nicht in Brasilien und hofft auf neue Horizonte.

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