Whitney, eine junge ghanaische Mutter in Berlin

Whitney, von Amsterdam bis Berlin

Whitney, 25, kommt aus Amsterdam, wo sie ihr ganzes Leben gelebt hat. Nachdem sie Internationaler Handel studiert hat, ist sie aus beruflichen Gründen nach Berlin umgezogen. Sie arbeitet im Finanzbereich der BASF. Es war auch eine Gelegenheit für sie, im Ausland zu leben, eine neue Erfahrung zu machen und sich selbst besser kennen zu lernen.

Whitney
Porträt von Whitney

Was war ihr Erster Eindruck von Berlin? Zunächst gefiel ihr Berlin sehr, weil es für sie eine verrücktere und größere Version von Amsterdam war. Die Lebenkosten sind relativ günstig im Vergleich zu anderen europäischen Hauptstädten; aber seit sie hier lebt, hat sie bemerkt, dass sie ihre Komfortzone, ihre Orientierung und die Schwarze Gemeinschaft vermisst. Doch in Amsterdam gibt es eine größere Schwarze Gemeinschaft als in Berlin mit ihren Stadtteilen. „Wir fühlen uns wie zu Hause “, sagt sie. Während ihres Mutterschutzurlaubs ging sie zurück zu ihrem YouTube-Kanal, um über ihr Leben und ihre Hobbies, die Make-up und Haare sind, zu sprechen. Sie macht Videos über verschiedene Frisuren, auch mit ihrem natürlichen Haar, aber es war nicht immer einfach, ihr natürliches Haar zu akzeptieren.

Seine eigenen Afrohaare zu akzeptieren ist nicht ganz einfach

Die „Nappy“-Bewegung kam in den frühen 2000er Jahren als Antwort auf die Banalisierung der Haarglättung und als Antwort auf die eurozentrischen Schönheitsstandards, die der Gemeinschaft auferlegt wurden. Diese Bewegung hat vielen Frauen geholfen, ihr natürliches Haar zu akzeptieren, genau wie bei Whitney. Nachdem sie jahrelang gelernt hatte, sich selbst zu akzeptieren, hörte sie mit 19 Jahren endlich auf, ihr Haar zu glätten. Am Ende wurde ihr klar, wie schädlich Haarglättungsmittel für ihr Haar ist und dass es auch teuer ist.  Deshalb fing sie an, ihre Sichtweise auf ihr Haar zu verändern.

Leider sieht sie sich mit der Ignoranz einiger Leute konfrontiert. Zum Beispiel fragen einige Leute sie, ob sie ihr Haar berühren können, und einige fingen an zu lachen, wenn sie dies tun. Wie soll sie reagieren? Am Anfang hat Whitney es nicht erst genommen, aber jetzt haben sich die Dinge geändert.  Sie nimmt diese Verhaltensweise nicht mehr hin und lässt ihr Haar von niemandem berühren. Ihre Hobbies, Make-up und Frisur, halfen ihr auch, ihr Haar besser zu akzeptieren. Eine der YouTuber, die sie besonders inspirieren, ist Jackie Aina, eine Beauty-YouTuberin aus Nigeria. Whitney liebt es, inspiriert zu werden von Menschen, die wie sie aussehen, ähnliche Haare und Hautfarbe.

Whitney und ihre YouTube-Kanal gewidmet ihren Hobbies

Sie mag alles, was mit Kosmetik zu tun hat. Sie hat die Idee, einen YouTube-Kanal zu starten, um ihre Interessen, Frisur und Schminken zu teilen. 2015 startete sie ihren Kanal, aber hat nicht konstant Videos hochgeladen. Dann begann sie vor kurzem regelmäßig zu veröffentlichen und hofft, dieses Tempo beizubehalten. Eine der YouTuber, die sie besonders inspirieren, ist Jackie Aina, eine Beauty-YouTuberin aus Nigeria. Whitney liebt es, inspiriert zu werden von Menschen, die wie sie aussehen, ähnliche Haare und Hautfarbe.

Whitney mag es, sich von Menschen inspirieren zu lassen, die wie sie aussehen, mit ähnlichen Haaren und Hautfarben. Es soll nicht vergessen werden, dass sie zuallererst den YouTube-Kanal gestartet hat, um sich selbst zu unterhalten, aber jetzt sie hofft Menschen zu helfen sich wohl zu fühlen, besonders den Müttern, die ihr erstes Kind zur Welt gebracht haben. Nach der ersten Entbindung nehmen die meisten Frauen zu, ihre Körper sich verändert sich, so ist es nicht einfach, wieder Selbstvertrauen zu finden.

Die sozialen Netzwerke haben unseren Alltag verändert. Sie sind leicht zugänglich, sie sind ein Mittel, um uns zu informieren, uns zu unterhalten oder ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Sie waren und sind ein Sprungbrett für viele POC, die einflussreich sind, sagt sie. Dies gab ihnen die Möglichkeit, sich bekannt zu machen, sich in den Medien zu präsentieren. Whitney bemerkte, dass es in Berlin nur wenige Friseur- und Kosmetiksalons gibt, die ausschließlich Schwarzen Menschen gewidmet sind. Sie möchte später ihren eigenen Friseursalon haben.

Ihr Familienleben in Berlin

Whitney ist verheiratet und hat ein Kind. Ihr Mann und ihr Sohn sind eine Motivationsquelle für sie. Jedes Mal, wenn in ihrem Leben etwas nicht in Ordnung ist, denkt sie an ihre Familie. Sie sagt sich selbst, wie glücklich sie ist, eine erfüllende Beziehung und einen gesunden Sohn zu haben. Hart zu arbeiten und eine starke Frau zu bleiben ist ihr Ziel. Mutter zu sein hat ihr Leben verändert, weil sie immer zuerst an ihren Sohn denken muss. Neben den Herausforderungen des Mutterdaseins sind Rassismus und Ignoranz weitere Herausforderungen, mit denen man sich als Schwarze Mutter mit einem Schwarzen Sohn konfrontiert sieht. Whitney wird ihrem Sohn beibringen, dass er sich selbst so akzeptiert, wie er ist. Sie wird alles zu tun um ihm Selbstvertrauen zu geben, denn sie weiß schon, wie die Außenwelt mit Akzeptanz und Selbstbehauptung umgeht, umso mehr, wenn man ein Schwarzer ist. Respekt, Selbstvertrauen und Einbeziehung in ihre Arbeit zum Erfolg sind ebenfalls Werte, die sie ihm vermitteln möchte. Mit diesen Werten möchte sie alle nötigen Werkzeuge für ein erfülltes Leben geben; aber was am wichtigsten ist, ist all die Liebe, die sie ihm gibt.

Whitney, eine junge ghanaische Mutter in Berlin

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